Desto Älter man wird desto weniger Zeit hat man... das ist das Leben, aber es fühlt sich auch so an. Von den schier endlosen Nachmittagen während Kindergarten & Grundschule und den teils doppelt belegten Nachmittagen bei weiterführenden Schulen. In der Ausbildung wird einem schon klar das man fast nur noch Abende und Wochenende hat.
Genauso ist es mit dem Kinder kriegen, man sucht "den Richtigen" hat ihn mit Glück gefunden (auch wenn es länger als gehofft gedauert hat), versucht es, Fehlversuche am laufenden Band, man hat ja noch soooo viel Zeit... man soll sich ja Zeit lassen, nicht so anspannen, nicht stressen...
Und dann? Dann ist man 38. die Böse 40 steht fast direkt vor der Tür, der Partner ist über 40 und schon ist Auslandsadoption kaum noch möglich, zumindest keine Babys mehr. Leute nehmen hin das man keine Kinder hat "und wohl keine will".
Der eigene Frust ist übergroß, man ist Hilflos und fragt sich wo die Zeit hin ist in der man noch welche hatte?
Wenn man noch nicht mal das Gefühl hat die Zeit zu haben den Blog zu führen um sich den Dreck von der Seele zu schreiben.
Was bleibt noch wenn man keine Kinder hat? Wenn man kein Trapsen von kleinen Füßen und kein Aufwachsen sehen hat? Was wenn man nicht mit Erfolgen und Misserfolgen mitfiebert, auf Enkel hofft und das Glück hat ohne die Sorge was irgendwann mit einem sein wird alt zu werden?
Was wenn inzwischen das was man sich wünscht, Kinder, Lachen und all das was einem in der Richtung Freude bereitet hat inzwischen mehr weh tut. Was wenn der Schmerz inzwischen größer ist als die Freude. Der Wunsch Kinder zu haben unter einer roten, entzündeten, verwuchernden Narbe brennt und schmerzt.
Ich schreibe mir in diesem Blog die unschönen Seiten der Kinderlosigkeit vom Leib, den Problemen der Situation das eine Familienbildung gänzlich von anderen Personen abhängig ist. Der Eine sagt man sei nicht Motiviert genug, der Nächste sagt man sei Übermotiviert... Es ist ein Tanz auf dem Drahtseil und trotz Jahre langer seelischer und körperlicher Tortur soll man noch positiv und aufgeschossen sein. Dieser Blog ist Realität, Subjektivität und Zynismus.
Dienstag, 12. Dezember 2017
Sonntag, 5. November 2017
Nahtlos
Seit ich 18 Jahre bin träume ich von einer Familie, so offen ich mit meinen Einstellungen alternativer Lebensweisen bin, so konservativ möchte ich selber leben. Einen Ehemann, ein Häuschen, Kinder, Tiere, dazu ich selber als Hausfrau die alles zusammen hält, für die Familie kocht, mit Gästen und so richtig klassisches Familienbild.
Den ersten Schritt dazu bekam ich als mir klar war das mein jetziger Ehemann mein absoluter Traummann ist und er auch mit mir zusammen sein wollte, das war 2004, wir kannten uns bereits seit 1997... Er und ich haben das selbe Bild von unserer Zukunft. Hatten muss ich fast sagen da er optimistischer ist als ich, ich bin ernüchterter und destruktiver. Nach unserer Hochzeit 2007 wollte ich sicher gehen das es mit der Familie klappt... Und wie sich bis heute, 10 Jahre später bewiesen hat war die Befürchtung Richtig.
- Das erste Jahr gab es Tabletten zur Hormonstimmulierung und Temperaturmessen beim normalen Frauenarzt (neben der Diganose PCO, das heißt ich habe einen unregelmäßigen Zyklus aber nur selten wirklich einen Eisprung) - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
- Nach der Rente meines Frauenartztes bestand der neue auf "mindestens 1 Jahr bei ihm behandelt" vorher würde er mir die Überweisung zur Kinderwunschklinik nicht geben (Ja wirklich, der Arzt benutze diese Worte, er verweigerte mir die Überweisung, da ich vorher noch von der Nachfolgerin in der "Rentnerpraxis" total verunsichert worden bin seufzte ich und hoffte weiter, endete dann im nächsten Punkt.) - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
- Schlussendlich hat mich mein Hausarzt an eine Kinderwunschklinik überwiesen, wie wie ich jetzt weiß nicht nötig gewesen wäre... Man braucht keine Überweisung um sich in einer Kinderwunschklinik behandeln zu lassen!!! Ich war also 30... - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
- Behandlung hinter Behandlung, immer wieder neue Probleme nach der PCO, Biologische Inkompatiblität (ach was wir forschen nicht weiter, die Eizellen kommen dann in den Müll, als nächstes eine ICSI) - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
------ Alles in allem hatte ich seit 2009 ca. 8 Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft ------
(2 Natürlich entstanden, der Rest in der Behandlung... Anruf: Schwangerschaftstest Positiv, kommen sie Montag noch mal zum zweiten Bluttest vorbei... Montag: Ne, sie verlieren es wieder/Hormone gehen runter)
- Mein Körper versagte gänzlich, daher mussten wir diesen Weg "vorzeitig" abbrechen - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
In Deutschland darf man nicht gleichzeitig Biologisch oder über ein Amt versuche eine Familie zu werden...
- Sondierung, was gibt es, wie geht es weiter... Entscheidung: Innlandsadoption...
- Wieder mal ein Sonderfall, wieder mal was besonderes mit unserem Jugendamt...
- Jetzt sind zertifizierte Adoptiveltern und warten seit ca. 1 Jahr auf eine positive Meldung...
ich 38, mein Mann 44... - Huuui, seid ihr nicht inzwischen zu Alt für Kinder? Ausserdem: Auslandsadoption (für das man Innenland aufgeben müsste und sich auf ein Land festlegen) Max 40 Jahre Unterschied vom Älteren... heißt somit wir würden ein mind. 4 Jähriges Kind bekommen.
WIE ist das Passiert? Wie kommt man von "Ihr habt noch soo viel Zeit" zu "Ihr seid zu Alt" Warum nur macht man das mit Menschen, warum gibt es keinen Leitfaden wie alt man für was sein sollte und wo man diese Dinge einsehen kann um sich ggf. Rechtzeitig zu entscheiden... Ich will so einen Zeitplan und ich will in einheitlich für Alle und nicht für jedes Bundesland oder jeden Landkreis einzeln und gesondert.
Den ersten Schritt dazu bekam ich als mir klar war das mein jetziger Ehemann mein absoluter Traummann ist und er auch mit mir zusammen sein wollte, das war 2004, wir kannten uns bereits seit 1997... Er und ich haben das selbe Bild von unserer Zukunft. Hatten muss ich fast sagen da er optimistischer ist als ich, ich bin ernüchterter und destruktiver. Nach unserer Hochzeit 2007 wollte ich sicher gehen das es mit der Familie klappt... Und wie sich bis heute, 10 Jahre später bewiesen hat war die Befürchtung Richtig.
- Das erste Jahr gab es Tabletten zur Hormonstimmulierung und Temperaturmessen beim normalen Frauenarzt (neben der Diganose PCO, das heißt ich habe einen unregelmäßigen Zyklus aber nur selten wirklich einen Eisprung) - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
- Nach der Rente meines Frauenartztes bestand der neue auf "mindestens 1 Jahr bei ihm behandelt" vorher würde er mir die Überweisung zur Kinderwunschklinik nicht geben (Ja wirklich, der Arzt benutze diese Worte, er verweigerte mir die Überweisung, da ich vorher noch von der Nachfolgerin in der "Rentnerpraxis" total verunsichert worden bin seufzte ich und hoffte weiter, endete dann im nächsten Punkt.) - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
- Schlussendlich hat mich mein Hausarzt an eine Kinderwunschklinik überwiesen, wie wie ich jetzt weiß nicht nötig gewesen wäre... Man braucht keine Überweisung um sich in einer Kinderwunschklinik behandeln zu lassen!!! Ich war also 30... - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
- Behandlung hinter Behandlung, immer wieder neue Probleme nach der PCO, Biologische Inkompatiblität (ach was wir forschen nicht weiter, die Eizellen kommen dann in den Müll, als nächstes eine ICSI) - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
------ Alles in allem hatte ich seit 2009 ca. 8 Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft ------
(2 Natürlich entstanden, der Rest in der Behandlung... Anruf: Schwangerschaftstest Positiv, kommen sie Montag noch mal zum zweiten Bluttest vorbei... Montag: Ne, sie verlieren es wieder/Hormone gehen runter)
- Mein Körper versagte gänzlich, daher mussten wir diesen Weg "vorzeitig" abbrechen - Ohhh ihr seid noch jung und habt noch sooo viel Zeit
In Deutschland darf man nicht gleichzeitig Biologisch oder über ein Amt versuche eine Familie zu werden...
- Sondierung, was gibt es, wie geht es weiter... Entscheidung: Innlandsadoption...
- Wieder mal ein Sonderfall, wieder mal was besonderes mit unserem Jugendamt...
- Jetzt sind zertifizierte Adoptiveltern und warten seit ca. 1 Jahr auf eine positive Meldung...
ich 38, mein Mann 44... - Huuui, seid ihr nicht inzwischen zu Alt für Kinder? Ausserdem: Auslandsadoption (für das man Innenland aufgeben müsste und sich auf ein Land festlegen) Max 40 Jahre Unterschied vom Älteren... heißt somit wir würden ein mind. 4 Jähriges Kind bekommen.
WIE ist das Passiert? Wie kommt man von "Ihr habt noch soo viel Zeit" zu "Ihr seid zu Alt" Warum nur macht man das mit Menschen, warum gibt es keinen Leitfaden wie alt man für was sein sollte und wo man diese Dinge einsehen kann um sich ggf. Rechtzeitig zu entscheiden... Ich will so einen Zeitplan und ich will in einheitlich für Alle und nicht für jedes Bundesland oder jeden Landkreis einzeln und gesondert.
Ich habe Angst
Ich habe Angst:
- Jemand vom Jugendamt könnte diesen Blog hier sehen, mich dadurch negativ bewerten und daher kommen wir als Adoptiveltern nicht mehr in Frage.
- Nie eine Mutter zu sein
- Daran zu zerbrechen das Glück anderer zu sehen
- Mich nicht mehr über Glück freuen zu können (wie z.B. den Kindern meiner Schwester)
- vor Depression
- Hilfe für Depression zu holen da das Vorhandensein mich negativ bewerten könnte
- Das aus "Fast zu Alt für Adoption" gänzlich "Zu Alt" wird
- mit meiner Labilität meinen Mann zu zerbrechen
- Das es ein Fehler war sich erst um Kinder zu kümmern und erst danach um ein Haus, da wir ohne Haus kein Kind bekommen (unterbewusst durchs Jugendamt schlechter bewertet)
Die Liste ist im Detail noch erweiterbar aber Grundlegenden ist es das. Diese Ängste sind auch die Grundlage warum ich das alles hier unabhängig von all meinen sonstigen Onlineaktivitäten mache, nicht über Facebook oder dergleichen.
- Jemand vom Jugendamt könnte diesen Blog hier sehen, mich dadurch negativ bewerten und daher kommen wir als Adoptiveltern nicht mehr in Frage.
- Nie eine Mutter zu sein
- Daran zu zerbrechen das Glück anderer zu sehen
- Mich nicht mehr über Glück freuen zu können (wie z.B. den Kindern meiner Schwester)
- vor Depression
- Hilfe für Depression zu holen da das Vorhandensein mich negativ bewerten könnte
- Das aus "Fast zu Alt für Adoption" gänzlich "Zu Alt" wird
- mit meiner Labilität meinen Mann zu zerbrechen
- Das es ein Fehler war sich erst um Kinder zu kümmern und erst danach um ein Haus, da wir ohne Haus kein Kind bekommen (unterbewusst durchs Jugendamt schlechter bewertet)
Die Liste ist im Detail noch erweiterbar aber Grundlegenden ist es das. Diese Ängste sind auch die Grundlage warum ich das alles hier unabhängig von all meinen sonstigen Onlineaktivitäten mache, nicht über Facebook oder dergleichen.
Warum das hier?
Vielleicht ist es grade Dumm was ich tue, vielleicht sollte ich es lassen...
Aber es gibt so viele Gedanken und Emotionen die ich einfach mit meinem direkten Umfeld nicht mehr teilen kann weil es einfach damit übersättigt ist und ich andererseits auch nicht mehr sehen kann wie sehr ich "alle" verletze indem ich mich öffne und meine Trauer und Bitterkeit in die Welt schreie/weine/heule...
Ja, diese Destruktivität ist nicht gut, oft bekommt man den Rat "verwandel sie in was gutes" "nutze sie für positive Dinge"... aber das ist die dunkle Seite, das sind Schmerz und Hass und Wut und Ärger... da kann man keine Umarmung draus machen und auch kein liebes Wort.
Ich bin kein guter Schreiber und vielleicht schläft das hier auch bald wieder ein. Ich habe Angst das ich mit dieser "Öffentlichkeit eines Blogs" mir die Chance verkleinert an meinem Problem etwas zu ändern... aber dazu später. Ich versuche es einfach.
Ich versuche zu schreiben was mir nicht über die Lippen geht da es teilweise meinem Umfeld gegenüber ungerecht ist, es nicht meinem Weltbild meines persönlichen Umgangs mit anderen entspricht und ich eine große Hemmung habe so zu handeln.
Dieser Blog ist für die Hässlichen Gedanken, für meine Trauer beim Glück anderer und warum ich mich nicht mit ihnen freuen kann. Dieser Blog ist für den Ärger über die Ungerechtigkeit des Universums und die feindlich gesinnte Bürokratie des Systems. Für all diese Dinge die man nicht sagen kann, für all die Dinge die nicht real sind.
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